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5 Ringe – 5 Fragen: Bürgerschaftsreferendum entscheidet über Hamburger Olympiabewerbung

In Hamburg läuft bis einschließlich 31. Mai das Bürgerschaftsreferendum, das über die Olympiabewerbung der Hansestadt entscheidet.

Was hinter dem Konzept steckt, erklären wir hier.

 

Frage 1: Warum möchte sich Hamburg bewerben?

Hamburg versteht sich als internationale Sport- und Hafenstadt mit kurzen Wegen, moderner Infrastruktur und großer Erfahrung bei der Ausrichtung internationaler Veranstaltungen wie dem SUZUKI World Triathlon Hamburg oder dem Haspa Marathon. Den nächsten großen Schritt sieht die Stadt Hamburg in einer möglichen Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele. Sie bieten die Möglichkeit, nicht nur die Spiele modern zu organisieren, sodass sie nachhaltig geplant sind und daher mit bestehenden und temporären Sportstätten arbeiten, sondern dadurch auch die Stadt weiterzuentwickeln. 

Im Mittelpunkt der Bewerbung steht die Idee kompakter Spiele: Viele Wettkampfstätten liegen zentral und sind gut mit dem ÖPNV, dem Fahrrad oder sogar zu Fuß erreichbar. Gleichzeitig möchte Hamburg die Spiele nutzen, um wichtige Zukunftsprojekte in den Bereichen Sport, Mobilität, Wohnungsbau und Stadtentwicklung zu beschleunigen.

Frage 2: Wie sollen die Spiele in Hamburg aussehen?

Herzstück der Hamburger Olympiabewerbung ist die Binnenalster, auf deren eindrucksvoller Kulisse die Eröffnungsfeier den Auftakt bilden soll. Hier sollen laut Senat danach das 3x3 Basketball Turnier und die finalen Bogenschießen Wettkämpfe ausgetragen werden.

Die kompakte Planung soll die Spiele in Hamburg möglichst nahbar für Zuschauerinnen und Zuschauer machen. 85 % der Wettkampfstätten befinden sich in einem Umkreis von sieben Kilometern, ausgehend von der  „Olympic Park City“, dem Heiligengeistfeld. Im „Olympic Park Altona“, im nördlichen Volkspark finden laut Konzept Leichtathletik, Turnen und Schwimmen statt. 

Durch kurze und barrierearme Wege in der Stadt, soll Hamburg zur barriereärmsten Metropole Deutschlands werden – so das Ziel der Konzept-Verantwortlichen in Hamburg. 

Die weltbesten Athlet*innen kommen in einem Olympischen und Paralympischen Dorf, der Science City Hamburg Bahrenfeld, zusammen. Die zentrale Lage ermöglicht es 40 % der Athlet*innen zu Fuß zu ihren Wettkampfstätten zu gelangen. Nach den Spielen stehen die Wohnanlagen rund 9.000 Menschen als bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung.

Mit Kiel setzt Hamburg auf einen Außenstandort, an dem Segeln, Handball und Rugby geplant sind.

Frage 3: Welche langfristigen Vorteile hätten Olympia und Paralympics für Hamburg?

Der Ausbau einer barrierearmen Stadt bedeutet, dass nicht nur die Spiele für viele Menschen zugänglich sind, sondern auch, dass die Stadt weit über die Spiele hinaus von barrierearmen ÖPNV, Sportanlagen und Infrastruktur profitiert. 

24 % der Wettkampfstätten werden laut Senat temporär errichtet und Teil der Ausstattung kommen im Anschluss in Hamburger Sportstätten zum Einsatz, wie z. B. Turn- und Hallenböden. Auch Schulen und Bezirke sind in der Nachnutzung vorgesehen und erhalten bspw. Tischtennisanlagen.  

Übrigens: Schon seit 2015 profitiert Hamburg von der letzten Olympiabewerbung. Die Stadt hält seither am Konzept der „Global Active City“ fest und zeigt damit, welche Impulse zur Sportförderung allein durch die Bewerbung ausgelöst werden können. 

Frage 4: Wer unterstützt die Hamburger Bewerbung?

Der Sport, bekräftigt seine Unterstützung in Breite und Spitze über den April und Mai verteilt mit der Ausrichtung von vielen Aktionsspieltagen: von Schwimmen über Tennis bis Rugby. Egal ob Harvesterhude Tennis- und Hockey-Club, Hamburger Sport-Verein oder der Lauftreff bis zum Referendum – die Vereine und Veranstaltungen zeigen, der Sport steht hinter der Bewerbung Hamburgs und sieht die Potenziale, die hinter Olympischen und Paralympischen Spielen stecken. 

Aber nicht nur der Sport, sondern auch in der Politik erfahren die Planungen des Senats große Unterstützung. Für den Hamburger Oberbürgermeister Peter Tschentscher ist klar: „Olympia steht für sportlichen Wettbewerb und ein friedliches Miteinander der Völker. Die Olympischen Spiele werden zusammen mit den Paralympischen Spielen ausgerichtet, die Teilhabe und Inklusion fördern.“

Daneben hat sich ein breites Bündnis an Wirtschaftspartnern – neben der nationalen Wirtschaftsinitiative – gebildet, das die Bewerbung unterstützt.

Frage 5: Wie geht es nach dem Bürgerschaftsreferendum weiter?

Das Ergebnis des Bürgerschaftsreferendums fließt in der Kategorie „Nationale Akzeptanz“ in die Bewertungsmatrix des DOSB mit ein. Daneben bilden die sportfachliche Eignung, internationale Wettbewerbsfähigkeit, Kosten und Finanzierung sowie Fragen der nachhaltigen Wirkung über die Spiele hinaus weitere prüfungsrelevante Kriterien.

Das Bürgerschaftsreferendum in Hamburg bildet als letztes Referendum den Abschluss der 

Stufe 2, der Einbindung der Bevölkerung, im 3-Stufen-Modell des DOSB. Auf diese Phase folgt die dritte Stufe, in der alle bis 4. Juni eingereichten Konzepte geprüft und bewertet werden. Am 26. September fällt auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB in Baden-Baden die finale Entscheidung, welches Konzept in das internationale Rennen zieht.

Bild: RZ_DOSB_HH_Olympiabewerbung_Keymotive_16_9_Ohne_Stoerer_02.jpg

© DOSB

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