Fakten & Fragen
Wie funktioniert eine Olympiabewerbung?
Können Olympische und Paralympische Spiele nachhaltig sein? Und was kostet Olympia überhaupt? Ein großes Projekt wie unsere Olympiabewerbung zieht viele Fragen nach sich. Hier gibt es die wichtigsten Antworten und Fakten.
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3 Städte möchten Olympia ausrichten.
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74 % der Menschen in Deutschland sprechen sich für die Spiele aus.
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2036, 2040 oder 2044 könnte Deutschland Olympia ausrichten.
Wie funktioniert eine Olympiabewerbung?
Warum möchte Deutschland Olympische und Paralympische Spiele austragen?
Deutschland steht vor Herausforderungen und tiefgreifenden Veränderungen. Über allem schwebt die Frage: Wie gestalten wir unser Land zukunftsfähig? Auf die zunehmende Polarisierung, Spaltung und die großen Zukunftsfragen wollen und können wir aus dem Sport heraus eine Antwort geben, die alle begeistert und verbindet. Das Olympische Feuer kann Zündfunke für eine positive Zukunftserzählung sein. Ein Zeichen für Aufbruch und Zuversicht. Deutschlands Zukunft: Fit durch Olympia.
Hier findest du alles über die Vision der deutschen Olympiabewerbung.
Für welches Jahr bewirbt sich Deutschland?
Deutschland hat die Sommerspiele 2036, 2040 und 2044 im Blick. Eine verbindliche Festlegung auf ein Austragungsjahr ist derzeit noch nicht erforderlich.
Wie läuft der Bewerbungsprozess ab?
Aktuell sind mit Berlin, München und KölnRheinRuhr nach ihren erfolgreichen Bürgerbeteiligungen noch drei Städte bzw. Regionen Teil des mehrstufigen Bewerbungsprozesses des DOSB. Der vierte Kandidat Hamburg hatte seine Bewerbung nach dem negativen Ausgang seines Referendums zurückgezogen.
Anfang Juni 2026 haben die Bewerber ihre finalen Konzepte erfolgreich beim DOSB eingereicht. Diese werden durch den DOSB und die olympischen Spitzenverbände auf Grundlage eines gemeinsam von DOSB und Bundeskanzleramt erarbeiteten Leitfaden geprüft.
Die finale Entscheidung, mit welcher Stadt oder Region Deutschland ins internationale Rennen geht, trifft eine Außerordentliche Mitgliederversammlung des DOSB am 26. September 2026.
Bereits im Vorfeld dieser Entscheidung nimmt der DOSB am internationalen Bewerbungsverfahren des IOC teil. Dieses Verfahren wurde in den vergangenen Jahren grundlegend reformiert und basiert heute auf einem mehrstufigen Dialogprozess. Dabei arbeitet der DOSB partnerschaftlich mit dem IOC zusammen. Die Vergabe der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, die ersten Sommerspiele, für die Deutschland wieder als Gastgeber infrage kommt, erfolgt im Jahr 2029.
Wie kann ich bei der Bewerbung mitreden oder unterstützen?
Seit Beginn des Bewerbungsprozesses setzt der DOSB auf Dialog und Beteiligung – vor Ort, online und besonders in den sozialen Medien.
Auch die Bewerberregionen legen großen Wert auf Transparenz und Mitsprache. Zwischen Herbst 2025 und Frühjahr 2026 fanden mehrere Bürgerentscheide statt. Mit je einer Zwei-Drittel-Mehrheit stimmten die Menschen in München, KölnRheinRuhr und Kiel als Segelstandort für eine Olympiabewerbung. In Berlin liegt ein Beschluss des Abgeordnetenhauses vor – ebenfalls mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit. Der vierte Kandidat Hamburg hatte seine Bewerbung nach dem negativen Ausgang seines Referendums zurückgezogen.
Auf unserer Unterstützerseite erfahrt ihr, wie ihr die deutsche Bewerbung um Olympischen und Paralympischen Spiele unterstützen könnt. Folgt uns außerdem auf Social Media und abonniert unseren Newsletter, um nichts zu verpassen. Dafür sein ist alles.
Können Olympische und Paralympische Spiele nachhaltig sein?
Sie können es nicht nur, sie müssen es. Nachhaltigkeit in ihren drei Dimensionen, ökologisch, sozial und wirtschaftlich, ist inzwischen eine verbindliche Vorgabe des IOC. Die Spiele in Paris im vergangenen Jahr haben sich erstmalig diesem Ziel verpflichtet – und viel erreicht:
Ökologisch:
- Der CO2-Ausstoß wurde verglichen mit den Spielen von London 2012 und Rio 2016 mehr als halbiert.
- Die Wettkämpfe haben fast ausschließlich in bestehenden oder temporären Sportstätten stattgefunden. Lediglich eine neue Sportstätte wurde gebaut: die Schwimmhalle, die jetzt dem Vorort Saint Denis zugutekommt.
- Nahezu 100 % des Stroms kam aus erneuerbaren Energien.
Sozial:
- 50/50: Paris 2024 waren die ersten Spiele mit vollständiger Geschlechterparität.
- Wohnraum für 6.000 Menschen: Aus dem Olympischen bzw. Paralympischen Dorf entsteht ein neuer Wohnbezirk mit 2.800 Wohnungen – davon 25 Prozent Sozialwohnungen.
- In 36.500 französischen Grundschulen wurden 30 Minuten täglicher Bewegung eingeführt und in jeder Schule ein Sportkit angeschafft.
Ökonomisch:
- Durch die Spiele entstanden 181.000 neue Jobs in den Bereichen Bau, Tourismus und Organisation.
- Durch die Spiele wird im Großraum Paris ein wirtschaftlicher Mehrwert zwischen 6,9 und 11,1 Milliarden Euro generiert.
- Mehr als 80 % der Verträge wurden mit kleinen und mittleren Unternehmen aus Frankreich abgeschlossen
Natürlich wissen wir noch nicht, wie die Welt in zehn oder zwanzig Jahren aussehen wird. Doch unser Anspruch ist klar: Wenn Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland stattfinden, dann nur nach höchsten Standards in allen Bereichen der Nachhaltigkeit.
Übrigens: Nachhaltigkeit betrifft nicht nur Olympia. Seit Anfang 2025 bietet der DOSB gemeinsam mit der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) und dem Öko-Institut e.V. ein Webportal an, das konkrete Lösungen für nachhaltige Sportveranstaltungen bereitstellt – egal ob internationales Großevent oder lokales Sportfest.
Was bringt Olympia dem Sport in Deutschland?
Olympische und Paralympische Spiele zeigen eindrucksvoll: Ohne eine breite Basis im Breitensport wäre Spitzensport in dieser Form nicht möglich. Durch Olympia kann der gesamte Sport in Deutschland nachhaltig von neuen Impulsen, Begeisterung und Investitionen profitieren.
Olympische und Paralympische Spiele im eigenen Land inspirieren junge Athlet*innen, steigern die Popularität von Sportarten und wecken das Interesse an Bewegung. Nicht erst Paris 2024 hat gezeigt, wie wirksam das sein kann: Millionen Kinder profitierten von neuen Bewegungsprogrammen in Schulen, zahlreiche Sportstätten wurden modernisiert, viele Vereine verzeichnen Mitgliederzuwächse.
Auch sportlich zahlt sich Gastgeberrolle aus: Frankreich übertraf 2024 seinen bisherigen Medaillenrekord und verdoppelte seine Medaillenausbeute im Vergleich zu den vorherigen Spielen. Der Heimvorteil, aber vor allem gezielte Investitionen in die Förderung der Athlet*innen zahlen sich aus.
Was kosten Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland?
Ja, Olympische und Paralympische Spiele kosten Geld. Genau deshalb ist es wichtig, transparent zu unterscheiden, welche Kosten von wem getragen werden und wie sich Investitionen refinanzieren lassen.
Bewerbungskosten
Früher lagen die Kosten für eine Bewerbung bei 30 bis 40 Millionen Euro. Durch Reformen des IOC sind sie deutlich gesunken. Finanziert wird sie gemeinsam von Bund, Kommunen und Regionen, zusätzlich können Sponsoren beitragen.
Durchführungskosten (OCOG-Budget)
Die Durchführungskosten der Spiele in Paris 2024 betrugen etwa 4,3 Milliarden Euro. Bemerkenswert: 95 % dieser Summe wurden durch private Einnahmen wie Ticketverkäufe, Sponsoren und TV-Rechte gedeckt. Auch in Deutschland könnten die Eventkosten größtenteils aus solchen gesicherten Einnahmen finanziert werden. Öffentliches Geld würde nur für Sicherheit und medizinische Versorgung eingesetzt. In Paris konnte das Organisationskomitee sogar einen Gewinn in Höhe von 72 Millionen Euro erwirtschaften. Geld, welches in den französischen Breiten- und Leistungssport fließt. Ein ausgeglichenes Durchführungsbudget ist – unabhängig von der Bewerberstadt – das Mindestziel Olympischer und Paralympischer Spiele in Deutschland.
Infrastrukturinvestitionen (NON-OCOG-Budget)
Hier geht es um infrastrukturelle Investitionen, die durch Olympia – nicht für die Spiele getätigt werden, etwa Wohnraum, ÖPNV, Sportstätten oder digitale Infrastruktur. In Paris lagen diese Kosten bei etwa 4,5 Milliarden Euro – die Hälfte davon privat finanziert. Deutschland setzt bei einer möglichen Bewerbung bewusst auf vorhandene Strukturen und Modernisierungen, sodass Investitionen langfristigen Nutzen für alle bringen – in Bereichen wie Verkehr, Klimaschutz, Digitalisierung oder neuen Wohnraum.
Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland sind eine Investition in die Zukunft mit klaren Finanzierungsmodellen und langfristigem Nutzen für Gesellschaft und Sport.
Welche Auswirkungen hat Olympia auf die Entwicklung der Gastgeber-Region?
Olympische und Paralympische Spiele kann in vielen Bereichen als Katalysator für wichtige Stadtentwicklungsprojekte wirken. Ein Athlet*innen-Dorf dient nachher als Wohnraum. Investitionen in den ÖPNV, in Sportinfrastruktur oder Digitalisierung können das Leben der Bevölkerung nachhaltig verbessern. Paris 2024 lieferte bemerkenswerte Beispiele, wie sich eine Stadt durch die Dynamik der Spiele weiterentwickeln kann: Angefangen bei der Reinigung der Seine, die inzwischen mit mehreren Badestellen lockt, über den Ausbau des Radwegnetzes bis hin zum Bau von 275 neuen Schwimmbädern in ganz Frankreich.
Befürchtungen, Olympische Spiele würden automatisch zu steigenden Mieten oder sozialer Verdrängung führen, sind nicht haltbar. Erfahrungen aus Städten wie Sydney und London zeigen zwar, dass Immobilienpreise steigen können, wenn neue Sportanlagen oder Stadtentwicklungen die Attraktivität von Vierteln erhöhen. Gleichzeitig gibt es Beispiele wie Atlanta oder Los Angeles, in denen Wohnpreise stabil blieben oder sogar sanken. Entscheidend für die Auswirkungen auf Wohnraum sind die städtebauliche Planung, die Nachnutzung der Gebäude sowie gezielte Maßnahmen wie sozialer Wohnungsbau. Mit kluger Planung können Olympische Spiele somit Wohnraum nachhaltig aufwerten, ohne Bewohner*innen zu verdrängen.
Ist das IOC ein verlässlicher Partner?
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) ist für uns ein zentraler und verlässlicher Partner. Gemeinsam setzen wir uns für die Werte der Olympischen Bewegung ein: Höchstleistung, Respekt und Freundschaft.
Natürlich bringt die Zusammenarbeit bei einem so komplexen Großereignis wie den Olympischen Spielen auch Herausforderungen mit sich. Kritikpunkte der Vergangenheit, wie die viel zitierten „Knebelverträge“, gehören längst der Vergangenheit an: Das IOC verlangt keine unbeschränkten finanziellen Garantien mehr von Gastgebern. Gleichzeitig schützt es die Rechte seiner Partner, wie es auch bei anderen internationalen Sportgroßveranstaltungen üblich ist. Entscheidend bleibt: Der DOSB steht in einem offenen, konstruktiven Dialog und bringt die Interessen von Sportdeutschland ein.
Das IOC hat in den letzten Jahren wichtige Reformen umgesetzt: Die Agenda 2020 und Agenda 2020+5 machen die Spiele nachhaltiger, transparenter und flexibler. Die Philosophie lautet: Die Spiele passen sich dem Gastgeber an, nicht der Gastgeber den Spielen. Dazu gehören die stärkere Nutzung bestehender Infrastruktur, die Förderung von Good Governance und die Orientierung an gesellschaftlicher Verantwortung.
Wie lautet deine Frage zu Olympia in Deutschland?
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