5 Ringe - 5 Fragen mit Stefan Wintels | CEO KfW
„Ein Olympiaprojekt sendet ein starkes Signal für das Land. Es zeigt: Wir glauben an uns und unsere Gestaltungskraft – daran, dass 'Made in Germany' nicht nur eine Marke ist, sondern eine Haltung.“
Stefan Wintels, CEO der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) spricht im Interview über die Bedeutung einer möglichen Olympiabewerbung für Deutschland und die damit verbundenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Chancen.
Frage 1: Was hat Sie persönlich – und die KfW als Institution – dazu bewogen, sich für eine Olympiabewerbung einzusetzen und Unterstützer in der nationalen Wirtschaftsinitiative zu werden?
"Mich begeistert der Sport – und besonders die Olympischen Spiele – seit meiner Kindheit: Das Miteinander, die Begeisterung, das Ziel, über sich hinauszuwachsen. Für mich sind Athletinnen und Athleten herausragende Vorbilder, weil sie mit klarem Plan, Ausdauer und Selbstreflektion ihren Weg verfolgen – Eigenschaften, von denen wir alle profitieren können: im Alltag, in Unternehmen und als Gesellschaft.
Große Ziele brauchen nicht nur Leidenschaft, sondern konkrete Investitionen und einen langen Atem. Deshalb unterstützen wir als KfW die Olympiabewerbung: Sie schafft Anlässe, zu investieren – in moderne Infrastruktur, in Teilhabe, in Zusammenhalt. Wenn Deutschland sich dieser Herausforderung stellt, kann daraus weit mehr entstehen als ein sportliches Großereignis. Es ist ein Investitionsprojekt in eine zuversichtliche, zukunftsgerichtete Gesellschaft und eine großartige Gelegenheit, Deutschland der Welt zu präsentieren."
Frage 2: Welches Bild haben Sie vor Augen, wenn Sie an Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland im Jahr 2036, 2040 oder 2044 denken?
"Ich denke an offene Türen, an volle Stadien und an einen fairen Wettstreit auf Augenhöhe. In meinem Kopf läuft sofort ein Film ab – ähnlich wie das berühmte 'Sommermärchen' 2006. Damals zeigte sich Deutschland von seiner besten Seite: gastfreundlich, neugierig und verbunden im großen Miteinander und natürlich mit einer Top-Organisation.
Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland – das wäre, vereinfacht gesagt, nicht nur ein Sportereignis, sondern ein Spiegelbild unserer Werte: modern, innovativ, vielfältig, nachhaltig. Ich sehe Spiele, die Fortschritt und Inklusion atmen, und eine Gesellschaft, die beweist, wie sehr sie zusammensteht für den gemeinsamen Erfolg. Wir sind bereit, wieder Weltgastgeber zu sein!"
Frage 3: Welche positiven Impulse erhoffen Sie sich durch eine Olympiabewerbung für Gesellschaft, Wirtschaft und kommende Generationen?
"Ich bin überzeugt: Ein Olympiaprojekt sendet ein starkes Signal für das Land. Es zeigt: Wir glauben an uns und unsere Gestaltungskraft – daran, dass 'Made in Germany' nicht nur eine Marke ist, sondern eine Haltung. Jeder Kraftakt beginnt mit einer Vision und bringt Schwung für die Gegenwart und die Zukunft. Ein solches Ereignis würde Innovation sichtbar machen, Investitionen anreizen und den Leistungsgedanken positiv aufladen: Es zählt der faire Wettstreit – und dass jede und jeder seine Chance bekommt. Aber man ist nicht nur dabei, sondern will gewinnen. Das stärkt nicht nur die Wirtschaft, es stiftet auch Identität und Zusammenhalt. Und: Für die Jugend ist Olympia ein Projekt zum Anfassen. Wenn junge Menschen erleben, wie Ziele Wirklichkeit werden und wie wichtig Rückschläge und Erfolge gleichermaßen sind, dann tragen wir zur Entwicklung einer Kultur des Anpackens und Miteinanders bei."
Frage 4: Welche Rolle wollen Sie in diesem Projekt abseits der finanziellen Förderung einnehmen?
"Natürlich ist die finanzielle Förderung unser Kerngeschäft. Doch eine Olympiabewerbung ist mehr als Zahlen und Bilanzen. Persönlich bringe ich mich in den Beirat der Wirtschaftsinitiative ein – als Impulsgeber, aber auch als Brückenbauer. Die KfW ist ein lernendes Haus, offen für neue Perspektiven. Unsere Mitarbeitenden sind sportlich und tatkräftig – von Laufgruppen bis zu ehrenamtlichem Engagement. Es ist mein Ziel, diesen olympischen Geist, dieses Miteinander und den Leistungsgedanken auch in unser eigenes Haus zu tragen – und so zu zeigen, dass aus gemeinsamen Ideen Großes wachsen kann."
Frage 5: Wann würden Sie sagen: Das Engagement für diese Olympiabewerbung hat sich gelohnt. Was müsste dann aus Ihrer Sicht erreicht worden sein?
"Das Ziel ist eindeutig, dass Deutschland den Zuschlag vom IOC erhält – keine Frage. Doch das allein ist nicht der einzige Maßstab für Erfolg. Wir reden bei einer Olympiabewerbung von einem echten Staffellauf: Erst läuft eine Generation los, gibt ihre Erfahrung weiter und steckt die nächste mit Begeisterung an.
Wenn wir es schaffen, das Land hinter einem positiven Zukunftsprojekt zu versammeln, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und nachhaltige Impulse für Wirtschaft und Gemeinwohl zu setzen, dann hat sich der Aufwand gelohnt – ganz unabhängig von Platz auf dem Siegertreppchen. Ich bin stolz, dass wir als KfW Teil dieses Teams und dieser Bewegung dabei sind."
In der 17. Folge des Podcasts „Olympia in Deutschland“ erläutert Stefan Wintels ausführlicher den Einfluss einer Olympiabewerbung auf den Wirtschaftsstandort Deutschland: Im Fokus stehen Investitionen, Sportstättenmodernisierung und die Rolle der KfW in der Wirtschaftsinitiative.
Bildcredit © KfW / Alex Habermehl







